Die allermeisten Autokäufer können den Kaufpreis nicht einfach bar auf den Tisch legen, sondern sind auf eine Finanzierung angewiesen. Um Ihren Absatz zu steigern, bieten die Autokonzerne Kredite oftmals durch ihre hauseigenen Banken an. Bei Immobilienkrediten ist mittlerweile bekannt, dass der Widerruf zu erheblichen wirtschaftlichen Vorteilen führt. Bei sonstigen Verbraucherdarlehen führt der so genannte „Widerrufsjoker“ in der öffentlichen Diskussion eher ein Schattendasein. Zu Unrecht. Denn Insbesondere beim finanzierten Kauf eines Fahrzeugs ist der Widerruf des Autokredits eine sehr interessante Möglichkeit, das Fahrzeug zurückzugeben, und zwar ohne den Kredit zurückzahlen zu müssen.

Widerrufsrecht nicht nur bei finanzierten „Skandalautos“

Viele Besitzer von Dieselautos sind aufgrund des so genannten Abgasskandals zu Recht verunsichert. Wer vor dem Hintergrund der Gefahr von Folgeschäden und sinkenden Wiederverkaufspreisen sowie der durch die Abgasaffäre erneut befeuerten Diskussion über Dieselfahrverbote sein Auto los werden will, kann den Hersteller oder den Händler in Anspruch nehmen (mehr erfahren)

Auch wenn die Gerichte in letzter Zeit zunehmend zugunsten betroffener Käufer urteilen, sind Rücktritts- und Schadensersatzprozesse aufwendig und dementsprechend oftmals langwierig. Eine abschließende Klärung der inmitten stehenden Rechtsfragen durch den Bundesgerichthof steht noch aus.

Ein „eleganter“ Weg kann im Falle der Fehlerhaftigkeit der Widerrufsbelehrung bzw. Widerrufsinformation auch einfach der Widerruf des Autokredits gegenüber der finanzierenden Bank sein. Denn wegen des Verbraucherschutzgedankens sind die Hürden für die Banken seit jeher hoch.

Dieses Vorgehen steht nicht nur Verbrauchern offen, deren Fahrzeug - derzeit - von dem Abgasskandal betroffen ist, sondern sämtlichen Autokäufern, die den Erwerb finanziert haben. Das allgemeine Widerrufsrecht besteht bei allen Verbraucherdarlehensverträgen, also Krediten, welche zu privaten Zwecken aufgenommen worden sind. Darüber hinaus werden auch zahlreiche Existenzgründungsdarlehen erfasst.

„Ewiges Widerrufsrecht“ bei fehlerhafter Belehrung oder unzureichender Information

Die kurzen gesetzlichen Widerrufsfristen beginnen grundsätzlich erst dann zu laufen, wenn dem Darlehensnehmer eine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung erteilt worden ist. Gesetzgeber und Rechtsprechung stellen strenge Anforderungen an deren Inhalt und Form, wie auch die zahlreichen gegen Banken ergangenen Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Widerruf von Immobilienkrediten zeigen (mehr erfahren).

Neben der Pflicht zur Erteilung einer ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung sind Banken darüber hinaus im Regelfall verpflichtet, dem Darlehensnehmer zahlreiche Informationen bei Vertragsschluss zur Verfügung zu stellen. Der einzuhaltende Pflichtenkatalog ist ebenso lang wie inhaltlich streng. Wenn die Informationspflichten nicht ordnungsgemäß erfüllt worden sind, können Autokredite auch heute noch widerrufen werden. Dies gilt völlig unabhängig von der Frage, ob die Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist oder nicht.

Die Vertragsunterlagen sind daher auch unter diesem Aspekt vollständig zu überprüfen.

Rechtsfolgen: Geben Sie Ihr Auto oftmals „kostenfrei“ zurück!

Wenn der Widerruf wirksam erklärt worden ist, haben Sie einen (verzinslichen) Anspruch auf Rückgewähr der geleisteten Raten und einer etwaigen Anzahlung. Selbstverständlich muss der Kredit in der Folge auch nicht mehr bedient werden.

Wer seinen Vertrag nach dem 13.06.2014 abgeschlossen hat, dürfte in aller Regel nicht einmal verpflichtet sein, Nutzungsersatz für die gefahrenen Kilometer zu leisten, nachdem in den Verbraucherinformationen auf diese Rechtsfolge oftmals nicht ordnungsgemäß hingewiesen worden ist. Der Widerruf führt also dazu, dass der Darlehensnehmer quasi „kostenlos“ gefahren ist. Auch bei älteren Verträgen ist der Widerruf regelmäßig durchaus lohnenswert, nachdem die Nutzungsentschädigung häufig geringer als der Wertverlust ist.

Nachdem es sich bei dem Autokauf und der Finanzierung typischerweise um so genannte verbundene Geschäfte handelt, erstreckt sich der Widerruf des Autokredits auch auf den Kaufvertrag. Über den „Umweg“ des Widerrufs des Darlehens können Verbraucher daher auch den Kaufvertrag rückabwickeln. Sie können das Auto also schlicht an die Bank zurückgeben. Die Bank hat demgegenüber keinen Anspruch auf Rückzahlung des Darlehens gegen den Verbraucher. Sie muss sich mit dem Verkäufer auseinandersetzen.

Lassen Sie Ihre Vertragsunterlagen überprüfen!

Es zeigt sich also, dass der Widerruf des Autokredits wirtschaftlich äußerst interessante Rückgabechancen eröffnet. Dies gilt völlig unabhängig davon, ob Ihr Fahrzeug - derzeit - von dem Abgasskandal betroffen ist oder nicht.

Eine Überprüfung Ihrer Vertragsunterlagen lohnt sich also!

Wir bieten Darlehensnehmern, die ihren Kredit widerrufen oder ihre Ansprüche infolge des bereits erklärten Widerrufs durchsetzen wollen, die Möglichkeit, kostenlos und unverbindlich mit uns in Kontakt zu treten. Nutzen Sie unser Erstkontaktformular!