Die VW-Tochter Audi spielt eine zentrale Rolle im Dieselskandal. Bei der Herstellerhaftung muss man zwischen den durch die Audi AG hergestellten 3.0 Liter und 4.2 Liter Sechszylinder- und Achtzylindermotoren und den durch die VW AG produzierten Vierzylindermotoren unterscheiden.

Bisher betroffene Motoren und Modelle im Audi Dieselskandal

Sechszylinder (3.0 l V6) Motoren des Typs EA896 und EA897 und
Achtzylinder (4.2 l V8) Motoren des Typs EA898

In einer Vielzahl von Fahrzeugen des VW-Konzerns wurden die federführend durch die Audi AG entwickelten 3.0 Liter V6 und 4.2 Liter V8 Motoren des Typs EA896, EA897 und EA898 (Euro 5 und Euro 6) verbaut. Diese Motoren verfügen in großen Bereichen über unzulässige Abschalteinrichtungen.

Folge sind ab 2018 zahlreiche amtliche Rückrufe unter dem Hersteller-Code 23X6. Ein Ende des Audi Abgasskandals rund um die Sechszylinder- und Achtzylindermotoren ist bis heute nicht abzusehen. Immer mehr Landgerichte und Oberlandesgerichte verurteilen die Audi AG aufgrund der auch hier vorgenommenen Manipulationen bei den 3-Liter Dieselmotoren zu Schadensersatz.

Durch das Kraftfahrt-Bundesamt wurden bei Audi 3.0 l Motoren bereits bei folgenden Modellen unzulässige Abschalteinrichtungen nachgewiesen:

  • Audi A4
  • Audi A5
  • Audi A6
  • Audi A7
  • Audi A8
  • Audi Q5
  • Audi SQ5
  • Audi Q7

Die Motoren des Typs EA896, EA897 und EA898 wurden nicht nur in den vorgenannten Audi-Fahrzeugen, sondern auch in Kfz der Marken Porsche und VW verbaut.


Vierzylinder Motoren des Typs EA189

Die kleineren Modelle mit Vierzylinder Motoren des Typs EA189 wurden bereits in den Jahren 2016 und 2017 wegen einer illegalen Abschalteinrichtung unter dem Hersteller-Code 23Q7 zurückgerufen. Aktuell sorgt der Nachfolgemotor des EA189 mit der internen Typenbezeichnung EA288 mit vier Zylindern für eine Art Dieselgate 2.0.

Nachdem diese Motoren nicht durch die Audi AG, sondern durch die Volkswagen AG hergestellt worden sind, ist grundsätzlich VW der richtige Anspruchsgegner. Näheres zu Schadensersatzansprüchen gegen die Volkswagen AG bei EA189 und EA288 Motoren erfahren Sie hier. Die dortigen Ausführungen gelten ebenso für Fahrzeuge der Marke Audi.



Amtliche Rückrufe der Audi AG und freiwillige Servicemaßnahmen


Das KBA sah sich bereits am 23.01.2018 unter der Überschrift „Rückruf für Audi 3.0 l Diesel Euro 6“ zu folgender, auszugsweise wiedergegebener Pressemitteilung veranlasst:

„Bei der Überprüfung der Audi 3.0 l Euro 6, Modelle A4, A5, A6, A7, A8, Q5, SQ5, Q7, durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden unzulässige Abschalteinrichtungen nachgewiesen.

Die schadstoffmindernde, sogenannte schnelle Motoraufwärmfunktion springt bei diesen Fahrzeugen nahezu nur im Prüfzyklus NEFZ an. Im realen Verkehr unterbleibt diese NOx-Schadstoffminderung. Die Strategien unterscheiden sich leicht von Fahrzeugtyp zu Fahrzeugtyp. Das KBA hat deshalb in den vergangenen Wochen verpflichtende Rückrufe dieser Fahrzeuge angeordnet, um die Vorschriftsmäßigkeit der produzierten Fahrzeuge wiederherzustellen.“

Im Jahr 2018 startete Audi dementsprechend unter dem Hersteller-Code 23X6 eine umfassende Rückrufaktion. Einer Vielzahl von Audi-Fahrern wurde mitgeteilt, dass bei ihren Fahrzeugen aufgrund eines angeordneten Rückrufs ein Software-Update am Motorsteuergerät ihres Fahrzeugs vorgenommen werden muss.

Parallel finden bei zahlreichen Audi-Modellen sogenannte freiwillige Servicemaßnahmen statt. Im Rahmen dieser Servicemaßnahmen wird den Haltern über das KBA ein Informationsschreiben der Audi AG übermittelt. Ebenso wie bei verpflichtenden Rückrufen wird den Audi-Fahrern unter verschiedenen Aktionscodes, etwa 23Z2 oder auch 23BR, ein Software-Update nahegelegt.

Zuletzt zeigte sich bei verschiedenen Herstellern, dass aus einem „freiwilligen Rückruf“ ein verpflichtender Rückruf werden kann. Nicht wenigen Autohaltern, die an der freiwilligen Servicemaßnahme nicht teilgenommen hatten, wurde in jüngerer Vergangenheit mitgeteilt, dass eben diese vermeintlich „freiwillige“ Maßnahme nunmehr im Rahmen eines verpflichtenden Rückrufs durchgeführt werden soll. Bekanntermaßen droht sodann gar die Zwangsstillegung des Kfz, zumindest wird die Plakette bei der nächsten Hauptuntersuchung in aller Regel verweigert werden.



Gefahren des Audi Software-Updates


In den zunächst harmlos klingenden „Software-Update-Schreiben“ von Audi können erhebliche Gefahren lauern. Wie bei sämtlichen anderen Herstellern auch, können sich die Maßnahmen negativ auf die Fahrzeuge auswirken. Dies ist auch nicht wirklich überraschend. Denn wenn die Abgasproblematik mit einem bloßen Software-Update „ganz schnell und einfach“ ohne schädliche Auswirkungen auf den Motor in den Griff zu bekommen wäre, stellt sich doch folgende Frage: Warum wurde die Motorsteuerungssoftware nicht schon bei der Herstellung der Motoren entsprechend programmiert, sondern seitens der Hersteller unter bewusster Inkaufnahme von ganz erheblichen Haftungsrisiken „getrickst“?

Dementsprechend berichteten uns viele Audi-Fahrer von einer nachlassenden Leistung, einem fehlenden Drehmoment und einem hektischen Schalten. Der AdBlue-Verbrauch erhöht sich teilweise signifikant, auch der Spritverbrauch steigt. Zudem gibt es immer wieder Berichte über Schäden an den AGR Ventilen oder den Einspritzdüsen. Auch kapitale Motorschäden wurden uns bereits gemeldet.

Audi übernimmt die Kosten grundsätzlich nur, wenn Sie nachweisen können, dass die Mängel und Schäden durch das Software-Update verursacht worden sind. Diesen Beweis können Kunden oft schon deshalb nicht so einfach führen, weil die ursprüngliche Software modifiziert worden ist. Sie müssen deshalb auf Kulanz hoffen oder bleiben auf ihren Kosten sitzen.

Schlussendlich steht noch nicht einmal fest, dass Software-Updates wirklich für sauberere Diesel sorgen. Ganz im Gegenteil. Tests haben gezeigt, dass die Stickoxidemissionen auch nach Durchführung des Software-Updates im Realbetrieb weiterhin viel zu hoch sind.

Ein kostengünstiges „Software-Update“ dient daher vor allem den wirtschaftlichen Interessen der Hersteller, die trotz – oder auch wegen? – der Manipulationen weiterhin Rekordgewinne verzeichnen, die sie nicht in effiziente Hardware-Lösungen investieren wollen.

Eine Lösung im Abgasskandal indessen ist mit Software-Updates sicherlich weder für den getäuschten Verbraucher noch für die Umwelt verbunden.

Haben auch Sie eine Aufforderung zur Durchführung eines Software-Updates erhalten? Dann ist Ihr Fahrzeug mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vom Abgasskandal betroffen. Lassen Sie sich beraten!

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Wichtig ist: Auch wenn Sie das Software-Update von Audi bereits aufspielen ließen, können Sie weiterhin Schadensersatz fordern. Die Maßnahme hat keinerlei Auswirkungen auf bestehende Schadensersatzansprüche.



Wertverlust von Dieselfahrzeugen im Audi Abgasskandal


Der Wertverlust Ihres Fahrzeugs wird durch eine bloße Software-Update-„Lösung“ nicht einmal annähernd ausgeglichen. Im Zuge des Abgasskandals hat praktisch jeder Diesel einen ganz erheblichen Wertverlust erlitten. Wegen der teils bereits vorhandenen und für viele weitere Städte drohenden Fahrverbote ist die Nachfrage für Diesel allgemein gesunken.

Audi Fahrzeuge, die von einem amtlichen Rückruf betroffen sind, aber noch kein Software-Update erhalten haben, dürften in aller Regel kaum noch verkäuflich sein. Denn die Zulassungsbehörden gehen dazu über, Zwangsstilllegungen durchzusetzen.

Bei Fahrzeugen, die das Update bereits erhalten haben, nehmen viele potentielle Erwerber aufgrund der soeben geschilderten Gefahren von einem Kauf vollständig Abstand. Falls ein Wiederverkauf gelingt, dann nur mit ganz erheblichen Preisabschlägen.

Ein Ende des Audi Abgasskandals ist zudem noch lange nicht in Sicht. Noch immer werden in weiteren Motoren und Modellen illegale Abschalteinrichtungen festgestellt. Dementsprechend drohen auch aktuell weitere amtliche Rückrufe durch das KBA, was das Interesse am Kauf eines Audis mit der Abgasnorm Euro 5 oder Euro 6 bei Vielen auch nicht fördert.

Hinzu kommt, dass auch die strafrechtliche Aufarbeitung des Audi Abgasskandals weiterhin andauert. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der AUDI AG, Herr Prof. Rupert Stadler, äußerte sich am 12.01.2021 in dem Strafverfahren vor dem LG München II erstmals zu den Betrugsvorwürfen im Zusammenhang mit manipulierten Dieselmotoren. Nachdem nach seinen Aussagen „Tarnen und Täuschen lange Teil einer Arbeitskultur“ gewesen ist, dürfte vielen Dieselfahrzeugen der Marke Audi ein gewisser Makel anhaften.



Machen Sie jetzt Ihre Schadensersatzansprüche im Audi Abgasskandal geltend


Nehmen Sie all dies nicht einfach hin, sondern machen Sie jetzt Ihre Schadensersatzansprüche im Audi Abgasskandal geltend!

Bundesweit geben immer mehr Gerichte geschädigten Audi-Fahrern auch im Zusammenhang mit 3,0 Liter V6 und 4,2 Liter V8 Dieselmotoren (EA896, EA897 und EA898) Recht. Danach erhalten Sie den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer als Schadensersatz. Das Auto geben Sie zurück. Da der Wiederverkaufspreis aus den soeben genannten Gründen deutlich unter dem Schadensersatzbetrag liegt, ergeben sich oft wirtschaftliche Vorteile im vierstelligen Bereich.

Neben zahlreichen positiven Entscheidungen durch Landgerichte stellte beispielsweise das OLG Naumburg mit Urteil vom 18.09.2020, Az.: 8 U 39/20, fest, dass Audi auf Schadensersatz haftet. Auch das OLG Koblenz verurteilte die Audi AG mit Urteil vom 13.01.2021, 5 U 145/20, nachdem bereits der 8. Zivilsenat des OLG Koblenz mit Urteil vom 05.06.2020, 8 U 1803/19, ebenso entschieden hatte.

Wir empfehlen dringend rasches Handeln, um bestehende Ansprüche nicht zu gefährden. Denn in einigen Fällen droht bereits zeitnah die Verjährung.



Was wir für Sie tun können


Kostenfreie Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung

Rechtsschutzversicherer übernehmen grundsätzlich die Kosten, wenn im Zeitpunkt des Autokaufs eine Verkehrsrechtsschutzversicherung bestanden hat. Gerne stellen wir für Sie eine kostenlose und unverbindliche Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung und übernehmen auch die weitere Korrespondenz.

Dies ist für Sie ganz einfach. Sie können uns die notwendigen Unterlagen bequem per E-Mail übersenden. Hierfür können Sie unser Formular nutzen. Gerne können Sie uns Ihre Unterlagen auch per Post schicken.

Sobald wir eine Rückantwort Ihrer Rechtsschutzversicherung erhalten haben, werden wir uns wegen der weiteren Vorgehensweise wieder mit Ihnen in Verbindung setzen. Selbstverständlich entstehen vor einer ausdrücklichen Beauftragung unserer Kanzlei durch Unterzeichnung unserer Mandatsunterlagen für Sie weder Verpflichtungen noch Kosten.


Kostenlose Ersteinschätzung

Auch wenn Sie über keine Rechtsschutzversicherung verfügen, prüfen wir Ihren Audi-Abgasfall selbstverständlich gerne genauer. Nutzen Sie auch hierfür unser Ersteinschätzungsformular oder schreiben Sie uns.

Wenn Sie Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.

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Gerichtliche Durchsetzung Ihrer Ansprüche

Neben unseren vorbereitenden und für Sie kostenfreien Serviceleistungen vertreten wir nach entsprechender Mandatierung Ihre rechtlichen Interessen mit aller Konsequenz vor Gericht.

Entscheidend für den Erfolg einer Klage gegen einen Großkonzern bzw. eines „Kampfes David gegen Goliath“ ist insbesondere im Dieselskandal eine fundierte Prozessvertretung. Seit jeher vertreten wir Verbraucher in weinigen, ausgewählten Rechtsgebieten, die wir auf höchstem Niveau beherrschen. Wir haben bereits weit über 1.000 Mandanten erfolgreich gegen Banken und Großunternehmen vertreten und wegweisende, bundesweit beachtete Entscheidungen, unter anderem vor dem Bundesverfassungsgericht, erstritten.

Seit dem Bekanntwerden des Dieselskandals im Jahr 2015 beschäftigen wir uns nahezu ausschließlich mit der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen gegen Audi, VW und andere Hersteller. Unsere langjährige praktische Erfahrung und eine Vielzahl bundesweit erfolgreich geführter Prozesse stellen eins sicher: Eine fundierte und praxisnahe Mandatsbetreuung durch erfahrene Anwälte, mit dem Ziel Ihr Problem schnell, effizient und kostengünstig zu lösen.

Hierbei verstehen wir uns nicht als Massenbetrieb. Stattdessen steht Ihnen ein bewusst klein gehaltenes, hoch spezialisiertes Team zur Verfügung. Im Mittelpunkt steht die persönliche Betreuung des Mandanten durch den jeweils verantwortlichen Partner der Kanzlei.

Auch im Audi Abgasskandal konnten wir insbesondere im Zusammenhang mit 3.0 Liter V6 Motoren wichtige Entscheidungen zugunsten unserer Mandanten erstreiten (Auszug der durch uns gewonnenen Verfahren):

  • LG Nürnberg-Fürth, Urteil vom 29.03.2021, 4 O 1730/20 (Audi A6 3.0 TDI Euro 6; rechtskräftig)
  • LG Nürnberg-Fürth, Urteil vom 26.02.2021, 4 O 1981/20 (Audi A6 3.0 TDI Euro 6; rechtskräftig)
  • LG Marburg, Urteil vom 29.10.2020, 2 O 67/20 (Audi A6 3.0 TDI Euro 5; rechtskräftig; soweit ersichtlich, eine bundesweit herausragende Entscheidung zu einem 3,0 Liter Motor mit der Abgasnorm Euro 5)
  • Landgericht Nürnberg-Fürth; Urteil vom 18.08.2020, Az.: 4 O 219/20, (Audi Q7 3.0 TDI Euro 6; soweit ersichtlich, eine bundesweit herausragende Entscheidung zu einem Audi Q7 Typ 4L)

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Weitere vom Abgasskandal betroffene Hersteller

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Audi