Der Dieselskandal hat auch die Daimler AG längst erreicht. Bereits seit 2018 hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) aufgrund unzulässiger Abschalteinrichtungen für mehr als eine halbe Million von Fahrzeugen der Marke Mercedes-Benz Rückrufbescheide erlassen. Ein Ende ist weiterhin nicht abzusehen.

Es geht um Funktionen wie die sog. Kühlmittel-Sollwert-Temperaturregelung, eine Dosierungsstrategie für die Beimischung von AdBlue und andere. Obwohl die Daimler AG im September 2019 die Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von 870 Millionen Euro akzeptierte und in den USA zahlreiche Kunden mit rund 2,2 Milliarden Dollar entschädigte, meint Daimler weiterhin, dass die Strategien zur Abgasnachbehandlung rechtmäßig seien. Diese Auffassung wird kaum noch haltbar sein. Denn im Februar 2021 wies das KBA mehrere Widersprüche der Daimler AG gegen die Rückrufbescheide zurück und bestätigte damit erneut, dass die Abschalteinrichtungen illegal sind.



Bisher betroffene Motoren und Modelle im Mercedes Dieselskandal


Betroffen sind insbesondere Dieselmotoren des Typs OM651 und OM642, die in einer Vielzahl von Mercedes-Modellen verbaut worden sind. Bei folgenden Fahrzeugvarianten wurden durch das KBA bereits unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt:

  • C 180 BlueTEC
  • C 180d
  • C 200 BlueTEC
  • C 200d
  • C 220 CDI
  • C 250 CDI
  • C 300 BlueTEC Hybrid
  • E 200 CDI
  • E 220 CDI
  • E 250 CDI
  • E 250 CDI 4MATIC
  • E 350 BlueTEC
  • E 350 d
  • G 350 d
  • GLC 220 d 4MATIC
  • GLC 250 d 4MATIC
  • GLE 250 d
  • GLE 250 d 4MATIC
  • GLE 350d 4MATIC
  • GLK 200 CDI
  • GLK 220 CDI
  • GLK 220 CDI 4MATIC
  • GLK 220 BlueTEC 4MATIC
  • GLK 250 BlueTEC 4MATIC
  • ML 250 BlueTEC 4MATIC
  • ML 350 BlueTEC 4MATIC
  • GL 350 BlueTEC 4MATIC
  • S 300 BlueTEC Hybrid
  • S 300 h
  • S 350 BlueTEC
  • S 350 d
  • S 350 BlueTEC 4MATIC
  • S 350 d 4MATIC
  • SLC 250 d
  • Sprinter
  • V- Klasse
  • Vito
  • Vito Tourer
  • Marco Polo


Amtliche Rückrufe der Daimler AG und freiwillige Servicemaßnahmen


Wie sich aus vorstehender Auflistung ergibt, rollt bereits seit 2018 eine wahre Rückrufwelle bei der Daimler AG. Einer Vielzahl von Mercedes-Fahrern wurde mitgeteilt, dass bei ihren Fahrzeugen aufgrund eines verpflichtenden Rückrufs ein Software-Update am Motorsteuergerät ihres Fahrzeugs vorgenommen werden muss.

Parallel finden bei zahlreichen Mercedes-Modellen sogenannte freiwillige Servicemaßnahmen statt. Im Rahmen dieser Servicemaßnahmen wird den Haltern über das KBA ein Informationsschreiben von Mercedes übermittelt. Ebenso wie bei verpflichtenden Rückrufen wird den Mercedes-Fahrern ein Software-Update nahegelegt.

Zuletzt zeigte sich bei verschiedenen Herstellern, dass aus einem „freiwilligen Rückruf“ ein verpflichtender Rückruf werden kann. Nicht wenigen Autohaltern, die an der freiwilligen Servicemaßnahme nicht teilgenommen hatten, wurde in jüngerer Vergangenheit mitgeteilt, dass eben diese vermeintlich „freiwillige“ Maßnahme nunmehr im Rahmen eines verpflichtenden Rückrufs durchgeführt werden soll. Bekanntermaßen droht sodann gar die Zwangsstillegung des Kfz, zumindest wird die Plakette bei der nächsten Hauptuntersuchung in aller Regel verweigert werden.



Gefahren des Mercedes Software-Updates


In den zunächst harmlos klingenden „Software-Update-Schreiben“ von Mercedes können erhebliche Gefahren lauern. Wie bei sämtlichen anderen Herstellern auch, können sich die Maßnahmen negativ auf die Fahrzeuge auswirken. Dies ist auch nicht wirklich überraschend. Denn wenn die Abgasproblematik mit einem bloßen Software-Update „ganz schnell und einfach“ ohne schädliche Auswirkungen auf den Motor in den Griff zu bekommen wäre, stellt sich doch folgende Frage: Warum wurde die Motorsteuerungssoftware nicht schon bei der Herstellung der Motoren entsprechend programmiert, sondern seitens der Hersteller unter bewusster Inkaufnahme von ganz erheblichen Haftungsrisiken „getrickst“?

Dementsprechend berichteten uns viele Mercedes-Fahrer von einer nachlassenden Leistung, einem fehlenden Drehmoment und einem hektischen Schalten. Der AdBlue-Verbrauch erhöht sich teilweise signifikant, auch der Spritverbrauch steigt. Zudem gibt es immer wieder Berichte über Schäden an den AGR Ventilen oder den Einspritzdüsen. Auch kapitale Motorschäden wurden uns bereits gemeldet.

Mercedes übernimmt die Kosten grundsätzlich nur, wenn Sie nachweisen können, dass die Mängel und Schäden durch das Software-Update verursacht worden sind. Diesen Beweis können Kunden oft schon deshalb nicht so einfach führen, weil die ursprüngliche Software modifiziert worden ist. Sie müssen deshalb auf Kulanz hoffen oder bleiben auf ihren Kosten sitzen.

Schlussendlich steht noch nicht einmal fest, dass Software-Updates wirklich für sauberere Diesel sorgen. Ganz im Gegenteil. Tests haben gezeigt, dass die Stickoxidemissionen auch nach Durchführung des Software-Updates im Realbetrieb weiterhin viel zu hoch sind.

Ein kostengünstiges „Software-Update“ dient daher vor allem den wirtschaftlichen Interessen der Hersteller, die trotz – oder auch wegen? – der Manipulationen weiterhin Rekordgewinne verzeichnen, die sie nicht in effiziente Hardware-Lösungen investieren wollen.

Eine Lösung im Abgasskandal indessen ist mit Software-Updates sicherlich weder für den getäuschten Verbraucher noch für die Umwelt verbunden.

Haben auch Sie eine Aufforderung zur Durchführung eines Software-Updates erhalten? Dann ist Ihr Fahrzeug mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vom Abgasskandal betroffen. Lassen Sie sich beraten!

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Wichtig ist: Auch wenn Sie das Software-Update von Mercedes bereits aufspielen ließen, können Sie weiterhin Schadensersatz fordern. Die Maßnahme hat keinerlei Auswirkungen auf bestehende Schadensersatzansprüche.



Wertverlust von Mercedes-Fahrzeugen im Daimler Abgasskandal


Der Wertverlust Ihres Fahrzeugs wird durch eine bloße Software-Update-„Lösung“ nicht einmal annähernd ausgeglichen. Im Zuge des Abgasskandals hat praktisch jeder Diesel einen ganz erheblichen Wertverlust erlitten. Wegen der teils bereits vorhandenen und für viele weitere Städte drohenden Fahrverbote ist die Nachfrage für Diesel allgemein gesunken.

Mercedes Fahrzeuge, die von einem amtlichen Rückruf betroffen sind, aber noch kein Software-Update erhalten haben, dürften in aller Regel kaum noch verkäuflich sein. Denn die Zulassungsbehörden gehen dazu über, Zwangsstilllegungen durchzusetzen.

Bei Fahrzeugen, die das Update bereits erhalten haben, nehmen viele potentielle Erwerber aufgrund der soeben geschilderten Gefahren von einem Kauf vollständig Abstand. Falls ein Wiederverkauf gelingt, dann nur mit ganz erheblichen Preisabschlägen.

Ein Ende des Daimler Abgasskandals ist zudem noch lange nicht in Sicht. Noch immer werden in weiteren Motoren und Modellen illegale Abschalteinrichtungen festgestellt. Dementsprechend drohen auch aktuell weitere amtliche Rückrufe durch das KBA, was das Interesse am Kauf eines Mercedes-Benz mit der Abgasnorm Euro 5 oder Euro 6 bei Vielen auch nicht fördert.



Machen Sie jetzt Ihre Schadensersatzansprüche im Mercedes Dieselskandal geltend


Nehmen Sie all dies nicht einfach hin, sondern machen Sie jetzt Ihre Schadensersatzansprüche im Daimler Abgasskandal geltend!

Nachdem bereits zahlreiche Landgerichte feststellten, dass der Premium-Autohersteller auf Schadensersatz haftet, verurteilte das OLG Naumburg mit Urteil vom 18.09.2020, Az.: 8 U 8/20, die Daimler AG zur vollständigen Rückabwicklung des Kaufvertrages über einen Mercedes-Benz GLK 220 CDI.

Zudem gibt es zahlreiche positive Hinweise von Oberlandesgerichten. Beispielsweise forderte das OLG Nürnberg in einem durch unsere Kanzlei geführten Verfahren die Daimler AG mit Hinweis vom 12.02.2021, Az.: 5 U 3555/20, auf, zu der durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) festgestellten unzulässigen Abschalteinrichtung im Einzelnen Stellung zu nehmen. Daimler dementierte dort wie immer verallgemeinernd das Vorhandensein einer unzulässigen Abschalteinrichtung. Dieses pauschale Bestreiten der Daimler AG genügt dem OLG Nürnberg nicht. Vielmehr obliegt dem Hersteller eine sogenannte sekundäre Darlegungslast

Ebenso sah dies bereits das OLG Köln in seinem Urteil vom 05.11.2020, 7 U 35/20. Das Oberlandesgericht erkannte greifbare Anhaltspunkte für das Vorliegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung, wobei der Rückruf durch das KBA ebenfalls ein Beleg hierfür sei. Daimler habe diesen Vorwurf nicht entkräften können. Der Bescheid des KBA sei nur unvollständig und in weiten Teilen geschwärzt vorgelegt worden. Dadurch bleibe unklar, welche Funktionsweisen das KBA konkret bemängelt hat. Daimler habe nicht dargelegt, warum die Funktionen entgegen dem KBA-Bescheid zulässig sein sollten. Im Ergebnis wurde Daimler zu Schadensersatz verurteilt.

Vor dem Hintergrund der positiven Rechtsprechungsentwicklung sollten Besitzer von betroffenen Dieselfahrzeugen der Marke Mercedes-Benz ihre Schadensersatzansprüche mit aller Konsequenz verfolgen und durchsetzen.

Wir empfehlen dringend rasches Handeln, um bestehende Ansprüche nicht zu gefährden. Denn in einigen Fällen droht bereits zeitnah die Verjährung.



Was wir für Sie tun können


Kostenfreie Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung

Rechtsschutzversicherer übernehmen grundsätzlich die Kosten, wenn im Zeitpunkt des Autokaufs eine Verkehrsrechtsschutzversicherung bestanden hat. Gerne stellen wir für Sie eine kostenlose und unverbindliche Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung und übernehmen auch die weitere Korrespondenz.

Dies ist für Sie ganz einfach. Sie können uns die notwendigen Unterlagen bequem per E-Mail übersenden. Hierfür können Sie unser Formular nutzen. Gerne können Sie uns Ihre Unterlagen auch per Post schicken.

Sobald wir eine Rückantwort Ihrer Rechtsschutzversicherung erhalten haben, werden wir uns wegen der weiteren Vorgehensweise wieder mit Ihnen in Verbindung setzen. Selbstverständlich entstehen vor einer ausdrücklichen Beauftragung unserer Kanzlei durch Unterzeichnung unserer Mandatsunterlagen für Sie weder Verpflichtungen noch Kosten.


Kostenlose Ersteinschätzung

Auch wenn Sie über keine Rechtsschutzversicherung verfügen, prüfen wir Ihren Mercedes-Abgasfall selbstverständlich gerne genauer. Nutzen Sie auch hierfür unser Ersteinschätzungsformular oder schreiben Sie uns.

Wenn Sie Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.

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Gerichtliche Durchsetzung Ihrer Ansprüche

Neben unseren vorbereitenden und für Sie kostenfreien Serviceleistungen vertreten wir nach entsprechender Mandatierung Ihre rechtlichen Interessen mit aller Konsequenz vor Gericht.

Entscheidend für den Erfolg einer Klage gegen einen Großkonzern bzw. eines „Kampfes David gegen Goliath“ ist insbesondere im Dieselskandal eine fundierte Prozessvertretung. Seit jeher vertreten wir Verbraucher in weinigen, ausgewählten Rechtsgebieten, die wir auf höchstem Niveau beherrschen. Wir haben bereits weit über 1.000 Mandanten erfolgreich gegen Banken und Großunternehmen vertreten und wegweisende, bundesweit beachtete Entscheidungen, unter anderem vor dem Bundesverfassungsgericht, erstritten.

Seit dem Bekanntwerden des Dieselskandals im Jahr 2015 beschäftigen wir uns nahezu ausschließlich mit der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen gegen Daimler und andere Hersteller. Unsere langjährige praktische Erfahrung und eine Vielzahl bundesweit erfolgreich geführter Prozesse stellen eins sicher: Eine fundierte und praxisnahe Mandatsbetreuung durch erfahrene Anwälte, mit dem Ziel Ihr Problem schnell, effizient und kostengünstig zu lösen. Hierbei verstehen wir uns nicht als Massenbetrieb. Stattdessen steht Ihnen ein bewusst klein gehaltenes, hoch spezialisiertes Team zur Verfügung. Im Mittelpunkt steht die persönliche Betreuung des Mandanten durch den jeweils verantwortlichen Partner der Kanzlei.

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