Der Dieselskandal hat auch Opel längst erreicht. Nachdem das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht am 06.11.2019 bestätigte, dass der im Oktober 2018 durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) angeordnete Rückruf rechtmäßig war, wurden Tausende Opel-Fahrzeuge der Modelle Zafira, Cascada und Insignia zurückgerufen.

Wie bei zahlreichen anderen Herstellern auch, sind in den Motoren nach den Feststellungen des KBA unzulässige Abschalteinrichtungen verbaut. Die illegale Software erkennt, ob sich die Fahrzeuge im Realbetrieb oder auf dem Prüfstand befinden und reguliert die Abgasreinigung dementsprechend. Dabei werden die Stickoxid-Grenzwerte einzig im Testzyklus eingehalten, nicht jedoch beim Betrieb der Fahrzeuge auf der Straße.



Amtliche Rückrufe des KBA im Opel Abgasskandal


Opel versuchte seit 2016 die „Abgasproblematik“ bei zahlreichen Modellen zunächst mit einer „freiwilligen Verbesserungsmaßnahme“ (Softwareupdate) in den Griff zu bekommen. Hierbei ist es Opel indessen offenbar nicht rechtzeitig gelungen, ausreichend viele der betroffenen Modelle des Cascada, Insignia und Zafira mit einem Software-Update zu versehen.

Am 17.10.2018 erließ das KBA sodann einen Rückrufbescheid, der das bislang freiwillige Softwareupdate als sofort verpflichtend anordnete. Von dem amtlichen Rückruf betroffen sind derzeit Dieselmotoren des Typs B16DTH und B20DTH mit der Abgasnorm Euro 6, die in folgenden Fahrzeugvarianten verbaut worden sind:

  • Opel Zafira 1.6 CDTi
  • Opel Zafira 2.0 CDTi
  • Opel Cascada 2.0 CDTi
  • Opel Insignia 2.0 CDTi

Den meisten Fahrern der betroffenen Opel-Modelle wurde bereits mitgeteilt, dass sie jetzt das Software-Update aufspielen müssen. Falls das Update innerhalb einer gewissen Frist nicht installiert werden sollte, wird deutlich darauf hingewiesen, dass die zuständige Zulassungsbehörde die Betriebsuntersagung einleiten kann.

Der Opel Dieselskandal zeigt exemplarisch, dass ebenso wie bei anderen Herstellern auch aus einem „freiwilligen“ Rückruf ein verpflichtender Rückruf werden kann.

Freiwillige Servicekampagne von Opel im Dieselskandal

Manche Dinge wiederholen sich.

Im Mai 2021 teilte Opel nunmehr aktuell mit, dass das KBA die Genehmigung „für eine freiwillige Servicekampagne zur Verbesserung des Emissions-Verhaltens von Fahrzeugen mit Dieselmotor“ erteilt habe. Dabei gehe es um den Stickoxid-Ausstoß verschiedener Diesel-Varianten von Astra, Corsa und Insignia aus den Modelljahren 2014 bis 2018.

Es steht also zu erwarten, dass Tausende weitere Opel-Fahrer demnächst ein Schreiben der Opel Automobile GmbH erhalten werden, worin ihnen die Installierung eines Software-Updates nahegelegt wird. Falls es Opel im Rahmen dieser „freiwilligen Servicemaßnahme“ – erneut – nicht gelingt, einen gewissen Prozentsatz der Fahrzeuge nachzurüsten, werden sich aller Voraussicht nach – wiederum – verpflichtende Rückrufe anschließen.

Wie die Vergangenheit bereits gezeigt hat, droht sodann die Zwangsstillegung der Opel-Fahrzeuge, jedenfalls wird die Plakette bei der nächsten Hauptuntersuchung in aller Regel verweigert werden.



Gefahren des Opel Software-Updates


In den zunächst harmlos klingenden „Software-Update-Schreiben“ der Opel Automobile GmbH können erhebliche Gefahren lauern. Wie bei sämtlichen anderen Herstellern auch, können sich die Maßnahmen negativ auf die Fahrzeuge auswirken. Dies ist auch nicht wirklich überraschend. Denn wenn die Abgasproblematik mit einem bloßen Software-Update „ganz schnell und einfach“ ohne schädliche Auswirkungen auf den Motor in den Griff zu bekommen wäre, stellt sich doch folgende Frage: Warum wurde die Motorsteuerungssoftware nicht schon bei der Herstellung der Motoren entsprechend programmiert, sondern seitens der Hersteller unter bewusster Inkaufnahme von ganz erheblichen Haftungsrisiken „getrickst“?

Dementsprechend berichteten uns viele Opel-Fahrer von einer nachlassenden Leistung, einem fehlenden Drehmoment und einem hektischen Schalten. Der AdBlue-Verbrauch erhöht sich teilweise signifikant, auch der Spritverbrauch steigt. Zudem gibt es immer wieder Berichte über Schäden an den AGR Ventilen oder den Einspritzdüsen. Auch kapitale Motorschäden wurden uns bereits gemeldet.

Opel übernimmt die Kosten grundsätzlich nur, wenn Sie nachweisen können, dass die Mängel und Schäden durch das Software-Update verursacht worden sind. Diesen Beweis können Kunden oft schon deshalb nicht so einfach führen, weil die ursprüngliche Software modifiziert worden ist. Sie müssen deshalb auf Kulanz hoffen oder bleiben auf ihren Kosten sitzen.

Schlussendlich steht noch nicht einmal fest, dass Software-Updates wirklich für sauberere Diesel sorgen. Ganz im Gegenteil. Tests haben gezeigt, dass die Stickoxidemissionen auch nach Durchführung des Software-Updates im Realbetrieb weiterhin viel zu hoch sind.

Ein kostengünstiges „Software-Update“ dient daher vor allem den wirtschaftlichen Interessen der Hersteller, die trotz – oder auch wegen? – der Manipulationen weiterhin Rekordgewinne verzeichnen, die sie nicht in effiziente Hardware-Lösungen investieren wollen.

Eine Lösung im Abgasskandal indessen ist mit Software-Updates sicherlich weder für den getäuschten Verbraucher noch für die Umwelt verbunden.

Haben auch Sie eine Aufforderung zur Durchführung eines Software-Updates erhalten? Dann ist Ihr Fahrzeug mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vom Abgasskandal betroffen. Lassen Sie sich beraten!

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Wichtig ist: Auch wenn Sie das Software-Update von Opel bereits aufspielen ließen, können Sie weiterhin Schadensersatz fordern. Die Maßnahme hat keinerlei Auswirkungen auf bestehende Schadensersatzansprüche.



Wertverlust von Dieselfahrzeugen im Opel Abgasskandal


Der Wertverlust Ihres Fahrzeugs wird durch eine bloße Software-Update-„Lösung“ nicht einmal annähernd ausgeglichen. Im Zuge des Abgasskandals hat praktisch jeder Diesel einen ganz erheblichen Wertverlust erlitten. Wegen der teils bereits vorhandenen und für viele weitere Städte drohenden Fahrverbote ist die Nachfrage für Diesel allgemein gesunken.

Opel Fahrzeuge, die von einem amtlichen Rückruf betroffen sind, aber noch kein Software-Update erhalten haben, dürften in aller Regel kaum noch verkäuflich sein. Denn die Zulassungsbehörden gehen dazu über, Zwangsstilllegungen durchzusetzen.

Bei Fahrzeugen, die das Update bereits erhalten haben, nehmen viele potentielle Erwerber aufgrund der soeben geschilderten Gefahren von einem Kauf vollständig Abstand. Falls ein Wiederverkauf gelingt, dann nur mit ganz erheblichen Preisabschlägen.

Ein Ende des Opel Abgasskandals ist zudem noch lange nicht in Sicht. Noch immer werden in weiteren Motoren und Modellen illegale Abschalteinrichtungen festgestellt. Dementsprechend drohen auch aktuell weitere amtliche Rückrufe durch das KBA, was das Interesse am Kauf eines Opels mit der Abgasnorm Euro 5 oder Euro 6 bei Vielen auch nicht fördert.

Nehmen Sie all dies nicht einfach hin, sondern machen Sie jetzt Ihre Schadensersatzansprüche im Opel Abgasskandal geltend!



Was wir für Sie tun können


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Rechtsschutzversicherer übernehmen grundsätzlich die Kosten, wenn im Zeitpunkt des Autokaufs eine Verkehrsrechtsschutzversicherung bestanden hat. Gerne stellen wir für Sie eine kostenlose und unverbindliche Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung und übernehmen auch die weitere Korrespondenz.

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Neben unseren vorbereitenden und für Sie kostenfreien Serviceleistungen vertreten wir nach entsprechender Mandatierung Ihre rechtlichen Interessen mit aller Konsequenz vor Gericht.

Entscheidend für den Erfolg einer Klage gegen einen Großkonzern bzw. eines „Kampfes David gegen Goliath“ ist insbesondere im Dieselskandal eine fundierte Prozessvertretung. Seit jeher vertreten wir Verbraucher in weinigen, ausgewählten Rechtsgebieten, die wir auf höchstem Niveau beherrschen. Wir haben bereits weit über 1.000 Mandanten erfolgreich gegen Banken und Großunternehmen vertreten und wegweisende, bundesweit beachtete Entscheidungen, unter anderem vor dem Bundesverfassungsgericht, erstritten.

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Aktuelles zum Opel Abgasskandal

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