Auch der Premium-Hersteller Porsche ist von dem Dieselskandal nicht verschont geblieben. Porsche stellt die Dieselmotoren nicht selbst her, sondern verbaut in seinen Autos, die durch die Audi AG entwickelten 3.0 Liter V6 und 4.2 Liter V8 Motoren des Typs EA897 und EA898.

Diese Motoren verfügen oftmals über verschiedene unzulässige Abschalteinrichtungen. Dementsprechend gab es auch für zahlreiche Fahrzeuge der Marke Porsche bereits verpflichtende Rückrufe durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).



Bisher betroffene Modelle im Porsche Dieselskandal


In einer Vielzahl von Porsche-Dieselfahrzeugen wurden die federführend durch die Audi AG entwickelten 3.0 Liter V6 und 4.2 Liter V8 Motoren des Typs EA897 und EA898 (Euro 5 und Euro 6) verbaut. Auch diese größeren Motoren verfügen über unzulässige Abschalteinrichtungen.

Folge sind ab 2018 zahlreiche amtliche Rückrufe unter den Hersteller-Codes AH09, ALA1 und AJ07. Ein Ende des Porsche Abgasskandals rund um die Sechszylinder- und Achtzylindermotoren ist bis heute nicht abzusehen. Immer mehr Landgerichte und Oberlandesgerichte verurteilen entweder die Porsche AG als Herstellerin des Autos oder die Audi AG als Motorenproduzentin aufgrund der vorgenommenen Manipulationen bei den 3-Liter Dieselmotoren zu Schadensersatz.

Durch das Kraftfahrt-Bundesamt wurden bei folgenden Fahrzeugvarianten der Marke Porsche bereits unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt:

  • Porsche Cayenne (Euro 6)
  • Porsche Cayenne S Diesel (Euro 5)
  • Macan S Diesel (Euro 6)


Amtliche Rückrufe der Audi AG und freiwillige Werkstattaktionen


Das KBA sah sich bereits am 18.05.2018 unter der Überschrift „Rückruf Porsche Cayenne Euro 6 4,2 Liter V8 TDI und Porsche Macan Euro 6 3,0 Liter V6 TDI“ zu folgender, auszugsweise wiedergegebener Pressemitteilung veranlasst:

„Bei der Überprüfung der Fahrzeugtypen Porsche Cayenne Euro 6 4,2 Liter V8 TDI und Porsche Macan Euro 6 3,0 Liter V6 TDI wurden durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt. Aufgrund der eingebauten Abschalteinrichtungen kann es im Betrieb der Fahrzeuge zu erhöhten NOx-Emissionen kommen.

Mit Bescheid vom 14.05.2018 wurde für das Modell Porsche Cayenne Euro 6 4,2 Liter V8 TDI (...) und das Modell Porsche Macan Euro 6 3,0 Liter V6 TDI (...) durch das KBA ein verpflichtender Rückruf angeordnet.

Dem Hersteller wurde aufgegeben, die unzulässigen Abschalteinrichtungen aus den betroffenen Fahrzeugen nach der Freigabe des Maßnahmenpakets durch das KBA zu entfernen.“

Im Jahr 2018 startete Porsche dementsprechend unter deren Hersteller-Codes AH09, ALA1 und AJ07 Rückrufaktionen. Einer Vielzahl von Porsche-Fahrern wurde mitgeteilt, dass bei ihren Fahrzeugen aufgrund eines angeordneten Rückrufs ein Software-Update am Motorsteuergerät ihres Fahrzeugs vorgenommen werden muss.

Parallel finden bei zahlreichen Porsche-Modellen sogenannte „freiwillige Werkstattaktionen“ statt. Im Rahmen dieser Servicemaßnahmen wird den Haltern über das KBA ein Informationsschreiben der Porsche Deutschland GmbH übermittelt. Ebenso wie bei verpflichtenden Rückrufen wird den Porsche-Fahrern unter verschiedenen Aktionscodes, etwa WKL5 („Steuergerät-Update Motorsteuergerät“), ein Software-Update nahegelegt.

Zuletzt zeigte sich bei verschiedenen Herstellern, dass aus einem „freiwilligen Rückruf“ ein verpflichtender Rückruf werden kann. Nicht wenigen Autohaltern, die an der freiwilligen Servicemaßnahme nicht teilgenommen hatten, wurde in jüngerer Vergangenheit mitgeteilt, dass eben diese vermeintlich „freiwillige“ Maßnahme nunmehr im Rahmen eines verpflichtenden Rückrufs durchgeführt werden soll. Bekanntermaßen droht sodann gar die Zwangsstillegung des Kfz, zumindest wird die Plakette bei der nächsten Hauptuntersuchung in aller Regel verweigert werden.



Gefahren des Porsche Software-Updates


In den zunächst harmlos klingenden „Software-Update-Schreiben“ von Porsche können erhebliche Gefahren lauern. Wie bei sämtlichen anderen Herstellern auch, können sich die Maßnahmen negativ auf die Fahrzeuge auswirken. Dies ist auch nicht wirklich überraschend. Denn wenn die Abgasproblematik mit einem bloßen Software-Update „ganz schnell und einfach“ ohne schädliche Auswirkungen auf den Motor in den Griff zu bekommen wäre, stellt sich doch folgende Frage: Warum wurde die Motorsteuerungssoftware nicht schon bei der Herstellung der Motoren entsprechend programmiert, sondern seitens der Hersteller unter bewusster Inkaufnahme von ganz erheblichen Haftungsrisiken „getrickst“?

Dementsprechend berichteten uns viele Porsche-Fahrer von einer nachlassenden Leistung, einem fehlenden Drehmoment und einem hektischen Schalten. Der AdBlue-Verbrauch erhöht sich teilweise signifikant, auch der Spritverbrauch steigt. Zudem gibt es immer wieder Berichte über Schäden an den AGR Ventilen oder den Einspritzdüsen. Auch kapitale Motorschäden wurden uns bereits gemeldet.

Porsche übernimmt die Kosten grundsätzlich nur, wenn Sie nachweisen können, dass die Mängel und Schäden durch das Software-Update verursacht worden sind. Diesen Beweis können Kunden oft schon deshalb nicht so einfach führen, weil die ursprüngliche Software modifiziert worden ist. Sie müssen deshalb auf Kulanz hoffen oder bleiben auf ihren Kosten sitzen.

Schlussendlich steht noch nicht einmal fest, dass Software-Updates wirklich für sauberere Diesel sorgen. Ganz im Gegenteil. Tests haben gezeigt, dass die Stickoxidemissionen auch nach Durchführung des Software-Updates im Realbetrieb weiterhin viel zu hoch sind.

Ein kostengünstiges „Software-Update“ dient daher vor allem den wirtschaftlichen Interessen der Hersteller, die trotz – oder auch wegen? – der Manipulationen weiterhin Rekordgewinne verzeichnen, die sie nicht in effiziente Hardware-Lösungen investieren wollen.

Eine Lösung im Abgasskandal indessen ist mit Software-Updates sicherlich weder für den getäuschten Verbraucher noch für die Umwelt verbunden.

Haben auch Sie eine Aufforderung zur Durchführung eines Software-Updates erhalten? Dann ist Ihr Fahrzeug mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vom Abgasskandal betroffen. Lassen Sie sich beraten!

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Wichtig ist: Auch wenn Sie das Software-Update von Porsche bereits aufspielen ließen, können Sie weiterhin Schadensersatz fordern. Die Maßnahme hat keinerlei Auswirkungen auf bestehende Schadensersatzansprüche.



Wertverlust von Dieselfahrzeugen im Porsche Abgasskandal


Der Wertverlust Ihres Fahrzeugs wird durch eine bloße Software-Update-„Lösung“ nicht einmal annähernd ausgeglichen. Im Zuge des Abgasskandals hat praktisch jeder Diesel einen ganz erheblichen Wertverlust erlitten. Wegen der teils bereits vorhandenen und für viele weitere Städte drohenden Fahrverbote ist die Nachfrage für Diesel allgemein gesunken.

Porsche Fahrzeuge, die von einem amtlichen Rückruf betroffen sind, aber noch kein Software-Update erhalten haben, dürften in aller Regel kaum noch verkäuflich sein. Denn die Zulassungsbehörden gehen dazu über, Zwangsstilllegungen durchzusetzen.

Bei Fahrzeugen, die das Update bereits erhalten haben, nehmen viele potentielle Erwerber aufgrund der soeben geschilderten Gefahren von einem Kauf vollständig Abstand. Falls ein Wiederverkauf gelingt, dann nur mit ganz erheblichen Preisabschlägen.

Ein Ende des Porsche Abgasskandals ist zudem noch lange nicht in Sicht. Noch immer werden in weiteren durch die Audi AG produzierten Motoren illegale Abschalteinrichtungen festgestellt. Dementsprechend drohen auch aktuell weitere amtliche Rückrufe durch das KBA, was das Interesse am Kauf eines Porsche mit der Abgasnorm Euro 5 oder Euro 6 bei Vielen auch nicht fördert.

Hinzu kommt, dass auch die strafrechtliche Aufarbeitung des Audi Abgasskandals weiterhin andauert. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der AUDI AG, Herr Prof. Rupert Stadler, äußerte sich am 12.01.2021 in dem Strafverfahren vor dem LG München II erstmals zu den Betrugsvorwürfen im Zusammenhang mit manipulierten Dieselmotoren. Nachdem nach seinen Aussagen „Tarnen und Täuschen lange Teil einer Arbeitskultur“ gewesen ist, dürfte auch vielen Dieselfahrzeugen der Marke Porsche, in welchen ein durch Audi hergestellter Dieselmotor verbaut worden ist, ein gewisser Makel anhaften.



Machen Sie jetzt Ihre Schadensersatzansprüche im Porsche Abgasskandal geltend


Nehmen Sie all dies nicht einfach hin, sondern machen Sie jetzt Ihre Schadensersatzansprüche im Porsche Abgasskandal geltend!

Bundesweit geben immer mehr Gerichte geschädigten Porsche-Fahrern im Zusammenhang mit 3,0 Liter V6 und 4,2 Liter V8 Dieselmotoren (EA897 und EA898) Recht. Danach erhalten Sie den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer als Schadensersatz. Das Auto geben Sie zurück. Da der Wiederverkaufspreis aus den soeben genannten Gründen deutlich unter dem Schadensersatzbetrag liegt, ergeben sich oft wirtschaftliche Vorteile im vierstelligen Bereich.

Nachdem bereits verschiedene Landgerichte feststellten, dass der Premium-Autohersteller haftet, verurteilte auch das OLG Düsseldorf mit Urteil vom 30.01.2020, 13 U 81/19, die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG zur vollständigen Rückabwicklung des Kaufvertrages über einen Porsche Cayenne mit einem 3,0 Liter V6 Motor.

Da die manipulierten Motoren nicht durch die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, sondern durch die Audi AG hergestellt worden sind, ist grundsätzlich die Audi AG die richtige Anspruchsgegnerin. Weitere Informationen zur Haftung der Audi AG bei 3.0 Liter Motoren des Typs EA896 und EA897 finden Sie auch hier.

Dementsprechend entschied beispielsweise das OLG Schleswig mit Urteil vom 07.08.2020, 1 U 119/19, dass die Audi AG auf Schadensersatz haftet. Dieser Entscheidung lag ein Porsche Cayenne S Diesel mit einem 4,2 Liter V8-Dieselmotor des Typs EA898 (Euro 5) zugrunde.

Wir empfehlen dringend rasches Handeln, um bestehende Ansprüche nicht zu gefährden. Denn in einigen Fällen droht bereits zeitnah die Verjährung.



Was wir für Sie tun können


Kostenfreie Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung

Rechtsschutzversicherer übernehmen grundsätzlich die Kosten, wenn im Zeitpunkt des Autokaufs eine Verkehrsrechtsschutzversicherung bestanden hat. Gerne stellen wir für Sie eine kostenlose und unverbindliche Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung und übernehmen auch die weitere Korrespondenz.

Dies ist für Sie ganz einfach. Sie können uns die notwendigen Unterlagen bequem per E-Mail übersenden. Hierfür können Sie unser Formular nutzen.. Gerne können Sie uns Ihre Unterlagen auch per Post schicken.

Sobald wir eine Rückantwort Ihrer Rechtsschutzversicherung erhalten haben, werden wir uns wegen der weiteren Vorgehensweise wieder mit Ihnen in Verbindung setzen. Selbstverständlich entstehen vor einer ausdrücklichen Beauftragung unserer Kanzlei durch Unterzeichnung unserer Mandatsunterlagen für Sie weder Verpflichtungen noch Kosten.


Kostenlose Ersteinschätzung

Auch wenn Sie über keine Rechtsschutzversicherung verfügen, prüfen wir Ihren Porsche-Abgasfall selbstverständlich gerne genauer. Nutzen Sie auch hierfür unser Ersteinschätzungsformular oder schreiben Sie uns.

Wenn Sie Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.

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Gerichtliche Durchsetzung Ihrer Ansprüche

Neben unseren vorbereitenden und für Sie kostenfreien Serviceleistungen vertreten wir nach entsprechender Mandatierung Ihre rechtlichen Interessen mit aller Konsequenz vor Gericht.

Entscheidend für den Erfolg einer Klage gegen einen Großkonzern bzw. eines „Kampfes David gegen Goliath“ ist insbesondere im Dieselskandal eine fundierte Prozessvertretung. Seit jeher vertreten wir Verbraucher in weinigen, ausgewählten Rechtsgebieten, die wir auf höchstem Niveau beherrschen. Wir haben bereits weit über 1.000 Mandanten erfolgreich gegen Banken und Großunternehmen vertreten und wegweisende, bundesweit beachtete Entscheidungen, unter anderem vor dem Bundesverfassungsgericht, erstritten.

Seit dem Bekanntwerden des Dieselskandals im Jahr 2015 beschäftigen wir uns nahezu ausschließlich mit der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen gegen Porsche, Audi, VW und andere Hersteller. Unsere langjährige praktische Erfahrung und eine Vielzahl bundesweit erfolgreich geführter Prozesse stellen eins sicher:
Eine fundierte und praxisnahe Mandatsbetreuung durch erfahrene Anwälte, mit dem Ziel Ihr Problem schnell, effizient und kostengünstig zu lösen. Hierbei verstehen wir uns nicht als Massenbetrieb. Stattdessen steht Ihnen ein bewusst klein gehaltenes, hoch spezialisiertes Team zur Verfügung. Im Mittelpunkt steht die persönliche Betreuung des Mandanten durch den jeweils verantwortlichen Partner der Kanzlei.

Auch im im Zusammenhang mit den in zahlreichen Porsche-Modellen verbauten 3.0 Liter V6 Motoren der Audi AG konnten wir bereits wichtige Entscheidungen zugunsten unserer Mandanten erstreiten (Auszug der durch uns gewonnenen Verfahren):

  • LG Nürnberg-Fürth, Urteil vom 29.03.2021, 4 O 1730/20 (Audi A6 3.0 TDI Euro 6; rechtskräftig)
  • LG Nürnberg-Fürth, Urteil vom 26.02.2021, 4 O 1981/20 (Audi A6 3.0 TDI Euro 6; rechtskräftig)
  • LG Marburg, Urteil vom 29.10.2020, 2 O 67/20 (Audi A6 3.0 TDI Euro 5; rechtskräftig; soweit ersichtlich, eine bundesweit herausragende Entscheidung zu einem 3,0 Liter Motor mit der Abgasnorm Euro 5)
  • Landgericht Nürnberg-Fürth; Urteil vom 18.08.2020, Az.: 4 O 219/20, (Audi Q7 3.0 TDI Euro 6; soweit ersichtlich, eine bundesweit herausragende Entscheidung zu einem Audi Q7 Typ 4L)

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16. November 2021

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Auch für Porsche und Audi wird es im Dieselskandal immer enger. Nachdem bereits das Oberlandesgericht Schleswig in einer grundlegenden Entscheidung vom 07.08.2020, 1 U 119/19, dem […]
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Der Bundesgerichtshof entschied am 16.09.2021 im Verfahren VII ZR 192/20, dass es bei vom Dieselskandal betroffenen Leasingfahrzeugen grundsätzlich keinen Anspruch auf Rückzahlung der Leasingraten gibt. Dies […]
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