Sensationelle Urteile des LG Nürnberg-Fürth vom 27.11.2019 und vom 28.11.2019: Schadensersatzansprüche im VW Abgasskandal sind nicht verjährt

Sensationelle Urteile des LG Nürnberg-Fürth vom 27.11.2019 und vom 28.11.2019: Schadensersatzansprüche im VW Abgasskandal sind nicht verjährt

In Prozessen vertritt Volkswagen regelmäßig die Auffassung, dass Ansprüche bereits seit Ende 2018 verjährt seien. Dem hat das LG Nürnberg-Fürth nunmehr mit aktuellen, durch die Kanzlei Dr. Hoffmann & Partner Rechtsanwälte erstrittenen Urteilen vom 27.11.2019, Az.: 9 O 3056/19, und vom 28.11.2019, Az.: 9 O 4197/19, eine klare Absage erteilt. Doch die Uhr tickt jedenfalls für Besitzer der Marken VW, Audi, Seat und Skoda mit Dieselmotoren des Typs EA 189. Schadensersatzansprüche drohen bereits am 31.12.2019 zu verjähren. Betroffene sollten daher jetzt handeln und ihre Ansprüche schnellstmöglich mit aller Konsequenz durchsetzen.

Die Rechtsprechung dreht sich weiter zugunsten der vom Dieselskandal betroffenen Autobesitzer. Bundesweit geben immer mehr Gerichte den Geschädigten Recht. Neben einer Flut von landgerichtlichen Entscheidungen sehen auch die Oberlandesgerichte Volkswagen in jüngerer Zeit in der Verantwortung. In diesem Sinne entschieden das OLG München, Urteil vom 15.10.2019, 24 U 797/19, das OLG Oldenburg, Urteil vom 02.10.2019, 5 U 47/19, das OLG Hamm, Urteil vom 10.09.2019, 13 U 149/18, das OLG Karlsruhe, Urteil vom 18.07.2019, 17 U 160/18, das OLG Köln mit Hinweisbeschluss vom 27.09.2019, 19 U 150/19, und das OLG Koblenz mit Urteil vom 12.06.2019, 5 U 1318/18.

Wohl auch vor dem Hintergrund dieser schlechten Ausgangsposition erhebt VW in gerichtlichen Verfahren typischerweise die Einrede der Verjährung, falls die Klage nicht vor Ende 2018 erhoben worden ist. Wir hatten im Gegensatz zu manch anderer Verbraucherschutzkanzlei seit jeher ganz entschieden die Auffassung vertreten, dass auch Autobesitzer, die noch keine gerichtlichen oder andere verjährungshemmenden Maßnahmen ergriffen haben, nicht auf ihren Schäden sitzen bleiben müssen.

Dies wurde nunmehr in zwei durch unsere Kanzlei geführten Verfahren vor dem LG Nürnberg-Fürth bestätigt. In seinen aktuellen Urteilen vom 27.11.2019, Az.: 9 O 3056/19 und vom 28.11.2019, Az.: 9 O 4197/19, stellte das Landgericht klar heraus, dass Schadensersatzansprüche gegen die Volkswagen AG nicht verjährt sind, obgleich beide Klagen erst im Jahr 2019 eingereicht worden waren. VW wurde daher zur vollständigen Rückabwicklung verurteilt.

Das Landgericht folgt damit unserer Rechtsauffassung vollständig. Die Entscheidungen sind bahnbrechend. Denn nach unserem Kenntnisstand gibt es im gesamten Bundesgebiet bislang nur äußerst vereinzelt Entscheidungen, die explizit klarstellen, dass Schadensersatzansprüche grundsätzlich nicht bereits Ende 2018 verjährt sind.

Allerdings müssen sich Betroffene beeilen, um am Ende nicht doch mit leeren Händen dazustehen. Insbesondere für Besitzer der Marken VW, Audi, Seat und Skoda mit Dieselmotoren des Typs EA 189 ist der 31.12.2019 ein wichtiger Stichtag. Denn bereits zum Jahresende drohen Schadensersatzansprüche gegen VW im Zusammenhang mit dem Dieselskandal zu verjähren und könnten sodann gegebenenfalls nicht mehr durchgesetzt werden.

Es zeigt sich also, dass auch Betroffene des VW-Skandals, die bislang noch keine gerichtlichen Maßnahmen ergriffen haben, bis spätestens 31.12.2019 ihre Ansprüche durchsetzen sollten. Auch Verbraucher, die sich rechtzeitig von der VW-Musterfeststellungsklage vor dem OLG Braunschweig abgemeldet haben, müssen ab dem Tag der Rücknahme binnen sechs Monaten eine Einzelklage erheben, um eine potentielle Verjährung sicher auszuschließen. Die Erfolgsaussichten einer Individualklage sind gut. Gerade wenn Autobesitzer über eine Verkehrsrechtsschutzversicherung verfügen, die bereits vor dem Kauf abgeschlossen worden ist, besteht vielfach ohnehin so gut wie kein Kostenrisiko.

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit einer kostenlosen und für Sie unverbindlichen Erstberatung an. Sollten Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, klären wir für Sie gerne auch eine Kostenübernahme.

 

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